Glycolsäure


































































Strukturformel

Strukturformel von Glycolsäure
Allgemeines
Name
Glycolsäure
Andere Namen


  • Hydroxyessigsäure

  • Hydroxyethansäure



Summenformel
C2H4O3
Kurzbeschreibung

farb- und geruchlose Kristalle[1]


Externe Identifikatoren/Datenbanken




























CAS-Nummer
79-14-1


EG-Nummer
201-180-5

ECHA-InfoCard

100.001.073

PubChem

757

DrugBank

DB03085

Wikidata

Q409373

Eigenschaften

Molare Masse
76,05 g·mol−1

Aggregatzustand

fest



Dichte

1,49 g·cm−3[1]



Schmelzpunkt

76–80 °C[1]



Siedepunkt

100 °C (Zersetzung)[1]



Dampfdruck

10,8 hPa (80 °C)[1]



pKs-Wert

3,83[2]



Löslichkeit

sehr gut in Wasser (1000 g·l−1 bei 25 °C)[2], Aceton, Ethanol und Diethylether[3]


Sicherheitshinweise









GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]



05 – Ätzend

07 – Achtung

Gefahr



H- und P-Sätze
H: 314​‐​332
P: 261​‐​280​‐​303+361+353​‐​304+340+310​‐​305+351+338 [1]


Toxikologische Daten


  • 1000 mg·kg−1 (LD50, Katze, i.v.)[4]

  • 7,1 mg·m−3/ 4 h (LC50, Ratte, inh.)[5]

  • 1920 mg·kg−1 (LD50, Meer­schweinchen, oral)[6]

  • 1950 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[6]


Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.



Glycolsäure (Hydroxyessigsäure) ist die einfachste α-Hydroxycarbonsäure mit der Formel HOCH2–COOH. Die Hydroxymethylgruppe lässt sich wie bei anderen primären Alkoholen über den Aldehyd (Glyoxylsäure) zur Carboxygruppe (Oxalsäure) oxidieren.




Inhaltsverzeichnis






  • 1 Vorkommen


  • 2 Herstellung


  • 3 Verwendung


  • 4 Sicherheitshinweise


  • 5 Einzelnachweise


  • 6 Weblinks





Vorkommen |




Rosmarinzweige


Glycolsäure findet sich in unreifen Weintrauben, in Zuckerrohrsaft, in Zuckerrüben, in den Blättern des wilden Weins und im Rosmarin. Als Oxidationsprodukt ist sie auch in Eisessig enthalten. Auf Grund ihres natürlichen Vorkommens wird die Glycolsäure zu den Fruchtsäuren gezählt.



Herstellung |


Großtechnisch wird Glycolsäure durch alkalische Hydrolyse von Chloressigsäure synthetisiert:[3]


ClCH2COO− + OH− HOCH2COO− + Cl−{displaystyle mathrm {ClCH_{2}COO^{-} + OH^{-}longrightarrow HOCH_{2}COO^{-} + Cl^{-}} }{displaystyle mathrm {ClCH_{2}COO^{-} + OH^{-}longrightarrow  HOCH_{2}COO^{-} + Cl^{-}} }

Auch die Synthese aus Kohlenstoffmonoxid, Wasser und Formaldehyd ist möglich:



H2CO + H2O + CO⟶ HOCH2COOH{displaystyle mathrm {H_{2}CO + H_{2}O + COlongrightarrow HOCH_{2}COOH} }{displaystyle mathrm {H_{2}CO + H_{2}O + COlongrightarrow  HOCH_{2}COOH} }

Aus Formaldehyd, Wasser und Kohlenstoffmonoxid entsteht Glycolsäure



Verwendung |


Glycolsäure wird als 20%ige wässrige Lösung zur Entrostung von Rohrleitungen durch Chelatisierung von Calcium- und Eisen-Ionen eingesetzt. In der Textilindustrie wird die Säure zur Haltbarmachung („Avivierung“) und als Katalysator, in der Lederindustrie zum Entkalken von Tierhäuten, zur Chromgerbung und zum Färben eingesetzt. Auch bei der Synthese (als milde organische Säure) sowie als Ausgangsprodukt für verschiedene Ester findet Glycolsäure Verwendung.[1]


Daneben wird die Fruchtsäure Glycolsäure zur Hautpflege eingesetzt. Hier erfüllt sie eine Peeling-Funktion und verbessert so das Hauterscheinungsbild.



Sicherheitshinweise |


Die brennbare Glycolsäure wirkt in reiner Form ätzend auf Augen, Haut, Schleimhäute und Atemwege. Im Tierexperiment mit Ratten, Meerschweinchen und Katzen erwies sie sich als nur gering toxisch.[6] Dabei zeigte sie Auswirkungen auf das Geruchsvermögen, Atemstörungen, Schläfrigkeit und Veränderungen in Magen- und Nierengewebe.



Einzelnachweise |




  1. abcdefgh Eintrag zu Glykolsäure in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. Januar 2017 (JavaScript erforderlich).


  2. ab Eintrag zu Glycolsäure in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM)


  3. ab Eintrag zu Glycolsäure. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 13. Juni 2014.


  4. Prehled Prumyslove Toxikologie; Organicke Latky. Marhold, J., Prague, Czechoslovakia, Avicenum, 1986, S. 656, 1986.


  5. Inhalation Toxicology. Vol. 9, S. 435, 1997.


  6. abc Journal of Industrial Hygiene and Toxicology. Vol. 23, S. 259, 1941.



Weblinks |



 Wiktionary: Glycolsäure – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen







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