EWG-Mitgliedschaftsreferendum im Vereinigten Königreich 1975






Lage des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft 1975


Am 5. Juni 1975 fand im Vereinigten Königreich ein Referendum über die Mitgliedschaft des Landes in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) statt. Bei einer Wahlbeteiligung von 64,0 % votierten 67,2 % der Abstimmenden für einen Verbleib in der EWG, der das Vereinigte Königreich zwei Jahre zuvor beigetreten war. Es war die erste landesweite Volksabstimmung in der Geschichte des Vereinigten Königreichs.




Inhaltsverzeichnis






  • 1 Vorgeschichte


  • 2 Innenpolitische Debatte um den Beitritt bzw. die Mitgliedschaft


  • 3 Ergebnisse


    • 3.1 Ergebnisse landesweit




  • 4 Ergebnisse nach Stimmbezirken


    • 4.1 England


    • 4.2 Nordirland


    • 4.3 Schottland


    • 4.4 Wales




  • 5 Bewertung


  • 6 Schlussbemerkungen


  • 7 Weblinks


  • 8 Einzelnachweise





Vorgeschichte |




Die seit 1974 amtierende Parteivorsitzende der Konservativen, Margaret Thatcher, unterstützte die Ja-Kampagne





Michael Foot, einer der Labour-Politiker, die das Nein-Votum unterstützten


Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die Europäische Idee, d. h. die Idee der Schaffung eines übernationalen europäischen Staatenbundes, um künftige Kriege zu vermeiden, Hochkonjunktur. Der britische Premierminister Winston Churchill sprach sich mehrfach für die Schaffung eines solchen europäischen Staatenverbundes aus. Für Churchill und die meisten anderen britischen Politiker war jedoch ebenso klar, dass das Vereinigte Königreich einem solchen Staatenbund nicht angehören würde. Immer wenn Churchill in diesem Zusammenhang von „Europa“ sprach, meinte er damit Kontinentaleuropa. Großbritanniens Rolle sahen er und andere schwerpunktmäßig im Kontext des Commonwealth of Nations.


Auf dem europäischen Kontinent schritt derweilen die europäische Integration voran. 1952 wurde die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) gegründet. Am 25. März 1957 unterzeichneten 6 Staaten – Belgien, die westdeutsche Bundesrepublik, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande – die Römischen Verträge, mit denen die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) gegründet wurde. Als kleinen Gegenentwurf zur EWG gründeten eine Anzahl von europäischen Staaten, die nicht der EWG angehörten, darunter auch das Vereinigte Königreich, 1960 die Europäische Freihandelszone (EFTA).


In den EWG-Ländern zeigte sich in den folgenden Jahren ein bemerkenswerter kontinuierlicher wirtschaftlicher Aufschwung, besonders eindrücklich war das sogenannte deutsche Wirtschaftswunder. Im Jahr 1961 stellte das Vereinigte Königreich unter Premierminister Harold Macmillan einen ersten Antrag auf Aufnahme in die EWG.[1] Dieser wurde ebenso wie ein zweiter unter der Regierung von Harold Wilson 1967 gestellter Antrag aufgrund des Vetos des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle abgelehnt. Als Gründe für das Veto wurden vor allem wirtschaftliche Argumente genannt, ausschlaggebend waren aber wohl eher politische Überlegungen. De Gaulle wollte einen angelsächsischen Einfluss in Europa verhindern, da dies seiner Konzeption von einem französisch geführten Europa widerstrebte. Alle anderen EWG-Mitgliedsstaaten sprachen sich für einen Beitritt Großbritanniens aus.[2][3]


1969 trat de Gaulle vom Präsidentenamt zurück. Sein Nachfolger wurde Georges Pompidou, der dem EWG-Beitritt des Vereinigten Königreichs nicht ablehnend gegenüberstand.[4]
Zur Absicherung ließ sich Pompidou die Zustimmung zur EWG-Erweiterung in einem Referendum am 23. April 1972 von der französischen Wählerschaft bestätigen. Nach längeren Verhandlungen traten am 1. Januar 1973 das Vereinigte Königreich zusammen mit der Republik Irland und Dänemark im Rahmen der ersten EWG-Erweiterung der EWG bei.



Innenpolitische Debatte um den Beitritt bzw. die Mitgliedschaft |


Im Vereinigten Königreich hatten sich alle drei größeren Parteien, die Konservativen, Labour und die Liberalen seit den 1960er Jahren für den EWG-Beitritt ausgesprochen.[3] Das Hauptargument gegen den Beitritt war, Großbritannien wolle nicht die alten kulturellen und wirtschaftlichen Verbindungen zu den Ländern des Commonwealth gefährden. Zu diesem Zweck wurden entsprechende Verträge aufgelegt.


Die Verhandlungen um den Beitritt hatte von britischer Seite im Wesentlichen der damalige, Mitte 1970 ins Amt gewählte konservative Premierminister Edward Heath, der ein überzeugter „Pro-Europäer“ war, geführt. Das Verhandlungsergebnis wurde von der oppositionellen Labour Party kritisiert, die versprach, im Falle eines Wahlsieges das Ergebnis nachzuverhandeln und anschließend eine Volksabstimmung durchzuführen. Die Nachverhandlungen sollten vor allem die Felder der gemeinsamen Agrarpolitik, die beabsichtigte Angleichung der Mehrwertsteuer und der Wirtschafts- und Währungspolitik betreffen.[2][5][6] Im Februar 1974 kam es zu einer Neuwahl, bei der keine der beiden großen Parteien eine absolute Mehrheit gewann. Im Anschluss wurde eine Labour-Minderheitsregierung unter Premierminister Harold Wilson gebildet. Aufgrund der fehlenden Parlamentsmehrheit kam es noch im selben Jahr im Oktober zu einer zweiten Parlamentswahl, die die Labour Party mit sehr knapper Mehrheit gewann. Wilson blieb Premierminister. Seine Regierung nahm neue Verhandlungen mit der EWG auf und wesentlich auf den EWG-Gipfeltreffen im Dezember 1974 in Paris und im März 1975 in Dublin kam es zu einer Einigung. Die Änderungen am Vertragswerk wurden am 9. April 1975 durch das britische Parlament angenommen.[6] Den Termin für das versprochene Referendum gab die Regierung im April 1975 bekannt. Im Referendum wurde die folgende Frage gestellt:





“Do you think the United Kingdom should stay in the European Community (Common Market)?”




„Sind Sie der Ansicht, dass das Vereinigte Königreich Mitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (des Gemeinsamen Marktes) bleiben sollte?“




Frage des Referendums vom 5. Juni 1975[6]


Die meisten Befürworter der EWG-Mitgliedschaft waren eigentlich gegen ein Referendum gewesen. Dieses Element der direkten Demokratie war im Vereinigten Königreich neu und zum allerersten Mal erst bei dem Referendum in Nordirland 1973 zur Anwendung gekommen. Die nach der Wahlniederlage vom März 1974 zur neuen Parteiführerin der Konservativen gewählte Margaret Thatcher nannte das Referendum „ein Instrument von Diktatoren und Demagogen“ („a device of dictators and demagogues“).[6]


In der Kampagne vor dem Referendum sprachen sich die Mehrheit der Labour-Regierungsmitglieder einschließlich des Premierministers für ein Ja-Votum aus. Die Regierung ließ in großer Auflage entsprechende Informationsschriften an alle Haushalte verteilen.[7] Immerhin 7 von 23 Kabinettsmitgliedern sprachen sich jedoch gegen die weitere EWG-Mitgliedschaft aus.[6][8] Insbesondere auf dem linken Labour-Flügel gab es eine erhebliche Opposition gegenüber der Regierungspolitik. Um seine Labour-Parteifreunde von den Vorteilen der EWG-Mitgliedschaft zu überzeugen reiste unter anderem der frisch gewählte Bundeskanzler Helmut Schmidt nach England und hielt am 30. November 1974 eine Rede auf dem Labour-Parteitag.[9] Zu den führenden Labour-Politikern, die sich für ein Nein-Votum aussprachen, gehörten Michael Foot, Tony Benn, Peter Shore, Eric Varley, und Barbara Castle. Auf dem Labour-Parteitag am 26. April 1975 sprachen sich dann sogar mehr als die Hälfte aller Delegierten gegen die EWG-Mitgliedschaft aus. Aufgrund der inneren Zerrissenheit gab die Labour Party daher keine offizielle Wahlempfehlung heraus. Nach Ansicht einiger Wahlbeobachter hatte das Referendum in Wilsons Augen auch den Zweck, die zerstrittene Labour Party zusammenzuhalten. In den Worten des BBC-Kommentators Peter Kellner: „… the decision to hold the 1975 European Communities referendum […] was wholly to do with holding the Labour Party together“ („…die Entscheidung, ein Referendum abzuhalten war wesentlich von dem Ziel bestimmt, die Labour-Partei zusammenzuhalten“).[6] Die konservative Parteiführerin Margaret Thatcher sprach sich entschieden für die EWG-Mitgliedschaft aus.[10] Die Zahl der EWG-Skeptiker bei den Konservativen war deutlich geringer als bei der Labour Party.[11] Der bekannteste unter ihnen war Enoch Powell. Die Regionalparteien Scottish National Party (Schottland), Plaid Cymru (Wales), Ulster Unionist Party und Democratic Unionist Party (beide Nordirland) sprachen sich mehrheitlich für ein „Nein“ aus.[6] Zu den EWG-Mitgliedschafts-Befürwortern zählten die Liberal Party, die Social Democratic and Labour Party (SDLP), und die Alliance Party of Northern Ireland.


Die britischen Industrieverbände unterstützten ganz überwiegend die Ja-Kampagne, ebenso wie die ganz überwiegende Mehrheit der Presse und die Anglikanische Kirche.[6] Mehrheitlich ablehnend waren die Gewerkschaften, die einen erheblichen Einfluss auf die Labour Party hatten. Insgesamt war die Ja-Kampagne wesentlich besser organisiert und finanziert.



Ergebnisse |



Ergebnisse landesweit |




Ja-Stimmen nach Landesteilen 68,7 % (England)
64,7 % (Wales)
58,4 % (Schottland)
52,1 % (Nordirland)




Prozent Ja-Stimmen nach Grafschaften (Counties)
27,5–30,0 %
30,0–32,5 %
32,5–35,0 %
35,0–37,5 %
32,5–35,0 %
42,5–45,0 %
45,0–47,5 %
47,5–50,0 %
50,0–52,5 %
52,5–55,0 %
57,5–60,0 %
60,0–62,5 %
62,5–65,0 %
65,0–67,5 %
67,5–70,0 %
72,5–75,0 %
72,5–77,5 %


Landesweit gaben 25.903.194 von 40.456.877 registrierten Wahlberechtigten ihre Stimme ab, was einer Wahlbeteiligung von 64,03 % entsprach. 54.540 Stimmen wurden ungültig gewertet und 25.848.654 gültig. Von den gültigen Stimmen entfielen 17.378.581 (67,2 %) auf das Ja-Votum und 8.470.073 (32,8 %) auf das Nein-Votum.























































Landesteil
Wahlbeteiligung
(%)
Ja
Nein
Zahl
%
Zahl
%

Flag of England.svg England
64,6 14.918.009 68,66 6.810.017 31,34

Flag of Scotland.svg Schottland
61,7 1.332.166 58,42 948.039 41,58

Flag of Wales.svg Wales
66,7 865.135 64,70 472.071 37,30
Nordirland 47,4 259.251 52,15 237.911 47,85

Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich
64,03 17.378.581 67,23 8.470.073 32,77


Ergebnisse nach Stimmbezirken |



England |



















Landesteil Beteiligung % Ja-Stimmen Nein-Stimmen Ja (%) Nein (%)
England 64,6 14.918.009 6.810.017 68,66 31,34


































































































































































































































































































































































































Grafschaft (County) Ja-Stimmen Nein-Stimmen Ja (%) Nein (%) Beteiligung %

Avon

310.145
147.024

67,8
32,2
68,7

Bedfordshire

154.338
67.969

69,4
30,6
67,9

Berkshire

215.184
81.221

72,6
27,4
66,4

Buckinghamshire

180.512
62.578

74,3
25,7
69,5

Cambridgeshire

177.789
62.143

74,1
25,9
62,9

Cheshire

290.714
123.839

70,1
29,9
65,5

Cleveland

158.982
77.079

67,3
32,7
60,2

Cornwall

137.828
63.478

68,5
31,5
66,8

Cumbria

162.545
63.564

71,9
28,1
64,8

Derbyshire

286.614
131.457

68,6
31,4
64,1

Devon

334.244
129.179

72,1
27,9
68,0

Dorset

217.432
78.239

73,5
26,5
68,3

Durham

175.284
97.724

64,2
35,8
61,5

Essex

463.505
222.085

67,6
32,4
67,7

Gloucestershire

170.931
67.465

71,7
28,3
68,4

Greater London

2.201.031
1.100.185

66,7
33,3
60,8

Greater Manchester

797.316
439.191

64,5
35,5
64,1

Hampshire

484.302
197.761

71,0
29,0
68,0

Hereford and Worcester

203.128
75.779

72,8
27,2
66,4

Hertfordshire

326.943
137.226

70,4
29,6
70,2

Humberside

257.826
122.199

67,8
32,2
62,4

Isle of Wight

40.837
17.375

70,2
29,8
67,5

Isles of Scilly

802
275

74,5
25,5
75,0

Kent

493.407
207.358

70,4
29,6
67,4

Lancashire

455.170
208.821

68,6
31,4
67,2

Leicestershire

291.500
106.004

73,3
26,7
66,4

Lincolnshire

180.603
61.011

74,7
25,3
63,7

Merseyside

465.625
252.712

64,8
35,2
62,7

Norfolk

218.883
93.198

70,1
29,9
63,8

Northamptonshire

162.803
71.322

69,5
30,5
65,0

Northumberland

95.980
42.645

69,2
30,8
65,0

Nottinghamshire

297.191
147.461

66,8
33,2
67,7

Oxfordshire

179.938
64.643

73,6
26,4
67,7

Salop

113.044
43.329

72,3
27,7
62,0

Somerset

138.830
60.631

69,6
30,4
67,7

Staffordshire

306.518
148.252

67,4
32,6
64,3

Suffolk

187.484
72.251

72,2
27,8
64,9

Surrey

386.369
120.576

76,2
23,8
70,1

East Sussex

249.780
86.198

74,3
25,7
68,6

West Sussex

242.890
73.928

76,7
23,3
68,6

Tyne and Wear

344.069
202.511

62,9
37,1
62,7

Warwickshire

156.303
67.221

69,9
30,1
68,0

West Midlands

801.913
429.207

65,1
34,9
62,5

Wiltshire

172.791
68.113

71,7
28,3
67,8

North Yorkshire

234.040
72.805

76,3
23,7
64,3

South Yorkshire

377.916
217.792

63,4
36,6
62,4

West Yorkshire

616.730
326.993

65,4
34,6
63,6


Nordirland |



















Landesteil Beteiligung % Ja-Stimmen Nein-Stimmen Ja (%) Nein (%)
Nordirland 47,4 259.251 237.911 52,15 47,85


Schottland |



















Landesteil Beteiligung % Ja-Stimmen Nein-Stimmen Ja (%) Nein (%)
Schottland 61,7 1.332.166 948.039 58,42 41,58










































































































Region Ja-Stimmen Nein-Stimmen Ja (%) Nein (%) Beteiligung %

Borders

34.092
13.053

72,3
27,7
63,2

Central

71.986
48.568

59,7
40,3
64,1

Dumfries and Galloway

42.608
19.856

68,2
31,8
61,5

Fife

84.239
65.260

56,3
43,7
63,3

Grampian

108.520
78.071

58,2
41,8
57,4

Highland

40.802
33.979

54,6
45,4
58,7

Lothian

208.133
141.456

59,5
40,5
63,6

Orkney

3.911
2.419

61,8
38,2
48,2

Shetland
2.815

3.631
43,7

56,3
47,1

Strathclyde

625.939
459.073

57,7
42,3
61,7

Tayside

105.728
74.567

58,6
41,4
63,8

Western Isles
3.393

8.106
29,5

70,5
50,1


Wales |



















Landesteil Beteiligung % Ja-Stimmen Nein-Stimmen Ja (%) Nein (%)
Wales 66,7 865.135 472.071 64,70 37,30










































































Grafschaft (Preserved County) Ja-Stimmen Nein-Stimmen Ja (%) Nein (%) Beteiligung %

Clwyd

123.980
55.424

69,1
30,9
65,8

Dyfed

109.184
52.264

67,6
32,4
67,5

Mid Glamorgan

147.348
111.672

56,9
43,1
66,6

South Glamorgan

127.932
56.224

69,5
30,5
66,7

West Glamorgan

112.989
70.316

61,6
38,4
67,4

Gwent

132.557
80.992

62,1
37,9
68,2

Gwynedd

76.421
31.807

70,6
29,4
64,3

Powys

38.724
13.372

74,3
25,7
67,9


Bewertung |


Die Regierung hatte keine Mindest-Wahlbeteiligung als Bedingung für die Validität des Ergebnisses formuliert.[12] Die Wahlbeteiligung lag mit 64 % niedriger als sonst bei Unterhauswahlen, schien aber immer noch akzeptabel. Mehr als zwei Drittel der Wähler und alle vier Landesteile (England, Schottland, Wales und Nordirland) hatten sich für den Verbleib in der EWG ausgesprochen, so dass sich Premierminister Wilson in seiner Politik bestätigt fühlen konnte. Innenminister Roy Jenkins meinte in einer Stellungnahme zum Ergebnis:





“It puts the uncertainty behind us. It commits Britain to Europe; it commits us to playing an active, constructive and enthusiastic role in it.”




„Es beendet die Unsicherheit. Es verpflichtet Britannien zu Europa; es verpflichtet uns, eine aktive, konstruktive und enthusiastische Rolle darin zu spielen.“




Roy Jenkins (Home Secretary): Stellungnahme zum Ausgang des Referendums[13]



Schlussbemerkungen |


Trotz jahrzehntelanger Mitgliedschaft in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und ab 1994 Europäischen Union ist im Vereinigten Königreich seit dem Beitritt 1973 immer eine europaskeptische Grundstimmung verblieben. Interessanterweise haben sich die Positionen vieler politischer Parteien seit dem Referendum von 1975 umgekehrt. Zählten 1975 die Konservativen noch zu den eindeutigen EWG-Befürwortern und war Labour in eine pro-europäische und eine euroskeptische Fraktion gespalten, so ist es heute gerade umgekehrt. Waren die Regionalparteien Scottish National Party und Plaid Cymru 1975 noch EWG-Gegner, zählen sie heute zu den entschiedensten EU-Befürwortern. In Schottland war im Jahr 1975 die EWG-Skepsis größer als in England. Heute verhält es sich umgekehrt.[14]



Weblinks |



 Commons: EWG-Mitgliedschaftsreferendum im Vereinigten Königreich 1975 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Einzelnachweise |




  1. Address given by Harold Macmillan on the United Kingdom's application for membership to the EC (31 July 1961). CVCE, abgerufen am 12. Dezember 2015 (englisch). 


  2. ab Matthias Krupa: Großbritannien: Ein Königreich für Europa. Die Zeit, 31. Januar 2013, abgerufen am 12. Dezember 2015 (englisch). 


  3. ab On this day: 27. November: 1967: De Gaulle says 'non' to Britain - again. BBC News, abgerufen am 12. Dezember 2015 (englisch). 


  4. Übereinstimmung in Paris: Londons Beitritt zur EWG steht nichts mehr im Wege. Die Zeit online, 28. Mai 1971, abgerufen am 12. Dezember 2015 (englisch). 


  5. Let us work together - Labour's way out of the crisis. The Labour Party, abgerufen am 12. Dezember 2015 (englisch, Labour-Wahlmanifest 1974). 


  6. abcdefgh Vaughne Miller: The 1974-75 UK Renegotiation of EEC Membership and Referendum. Briefing paper Number 7253, 13. Juli 2015 PDF@1@2Vorlage:Toter Link/www.parliament.uk (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) i Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (Zugriff: 12. Dezember 2015)


  7. Harold Wilson: BRITAIN'S NEW DEAL IN EUROPE. Abgerufen am 12. Dezember 2015 (englisch). 


  8. Dies waren Michael Foot, Tony Benn, Peter Shore, Barbara Castle, Eric Varley, William Ross und John Silkin.


  9. SCHMIDT AT LABOUR CONFERENCE. 30. November 1974, abgerufen am 12. Dezember 2015 (YouTube Video der Rede Schmidts auf dem Labour-Parteitag). 


  10. Archive: how the Guardian reported the 1975 EEC referendum. The Guardian, abgerufen am 12. Dezember 2015 (englisch). 


  11. Conservative Central Office: Yes to Europe, The Conservative Guide for the 1975 Referendum Campaign. London: Conservative Research Department, 1975. 96 S. 28–52, 55–66. pdf (Zugriff: 12. Dezember 2015)


  12. Thresholds in Referendums. www.parliament.uk, 30. Juni 2011, abgerufen am 12. Dezember 2015 (englisch). 


  13. On this day: 6 June: 1975: UK embraces Europe in referendum. BBC News, abgerufen am 12. Dezember 2015 (englisch). 


  14. Nick Eardley: Is Scotland the most pro-EU part of the UK? BBC News, 18. Februar 2016, abgerufen am 29. Februar 2016 (englisch). 


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