Blauer Engel










Logo


Der Blaue Engel (umgangssprachlich auch Blauer Umweltengel) ist ein in Deutschland seit 1978 vergebenes Umweltzeichen für besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen.




Inhaltsverzeichnis






  • 1 Geschichte


  • 2 Vergabeverfahren


  • 3 Würdigung und Kritik


  • 4 Siehe auch


  • 5 Einzelnachweise


  • 6 Weblinks





Geschichte |


Dieses Umweltzeichen wurde 1978 vom Bundesminister des Inneren, Gerhart Baum (FDP), und den für Umweltschutz zuständigen Ministern der Bundesländer eingeführt und soll dort, wo herkömmliche Produkte die Umwelt belasten, umweltfreundliche Entwicklungen und Alternativen erkennbar machen. Unsichtbares soll für Verbraucher, Handel und Hersteller sichtbar werden. Das Umweltzeichen wird an die Hersteller verliehen und diese können auf freiwilliger Basis ihre Produkte damit kennzeichnen.


Das Logo entspricht im Kern dem Logo des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), allerdings mit umgedrehter Farbgebung. Im äußeren Ring stehen die Worte „BLAUER ENGEL“ und „DAS UMWELTZEICHEN“. Nach Angaben der offiziellen Website symbolisiert es die staatliche Verankerung der UNEP-Ziele in Deutschland.[1]



Vergabeverfahren |


Derzeit sind folgende Institutionen am Vergabeverfahren beteiligt:




  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, fungiert als Zeicheninhaber und informiert die Öffentlichkeit.


  • Umweltbundesamt, nimmt Neuanträge entgegen und legt sie nach Prüfung und Bewertung der Jury Umweltzeichen vor.


  • RAL gemeinnützige GmbH als Zeichenvergabestelle, führt die Expertenanhörungen durch und prüft, ob die Anforderungen erfüllt werden.


  • Jury Umweltzeichen („Jury UZ“), das unabhängige Beschlussgremium mit Vertretern aus Umwelt- und Verbraucherverbänden, Gewerkschaften, Industrie, Handel, Handwerk, Kommunen, Wissenschaft, Medien, Kirchen und Bundesländern, hat im Vergabeverfahren das letzte Wort und trifft die eigentliche Vergabeentscheidung.


Jeder kann beim Umweltbundesamt auszeichnungswürdige Produkte vorschlagen.


Der Blaue Engel ist Mitglied im Global Ecolabelling Network (GEN), einem Interessenverband von 26 Umweltzeichen-Organisationen weltweit.



Würdigung und Kritik |





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Der Blaue Engel ist jedoch kein Zeichen, das die vollständige Unbedenklichkeit eines Produkts bescheinigt. Die so gekennzeichneten Produkte sind umweltfreundlicher als andere Produkte der jeweiligen Produktgruppe und stellen so das „geringste Übel“ in puncto Umweltbelastung dar, nach dem Motto: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Konkret bedeutet dies, dass der Blaue Engel kein Gütesiegel auf das Gesamtprodukt ist, sondern bestimmte Eigenschaften auszeichnet, die hauptsächlich den Umwelt- und Gesundheitsschutz betreffen. Dennoch erfüllt der Blaue Engel seine gewünschte Verbraucherlenkungsfunktion, weil er durch seine konzeptionelle Schlichtheit in vielen Branchen schnell allgemeine Marktstandards im Sinne der Umwelt anheben konnte.


Umwelteigenschaften, die nicht in den Vergabekriterien genannt sind, werden nicht geprüft.


Am Markt kann es Produkte geben, die keinen Blauen Engel tragen, obwohl sie die Kriterien erfüllen, da er nur auf Antrag vergeben wird.[2]


Es werden nur Produkte mit gleichem Nutzungszweck verglichen (z. B. mechanischer und chemischer Abflussreiniger, eigenes und Car-Sharing-Auto). Ein Vergleich von Fahrrädern mit Kraftfahrzeugen hingegen würde eher einem „Äpfel-Birnen-Vergleich“ entsprechen, da es sich hierbei um gänzlich verschiedene Produkte handelt, die sich einem unmittelbaren Vergleich aufgrund unterschiedlicher Eigenschaften und Leistungen entziehen.


Der Blaue Engel liefert keine Aussage, welches von zwei ausgezeichneten Produkten umweltverträglicher ist.[2]


Wenn Hersteller auf Bezeichnungen wie Bio, Öko oder Natur im Produktnamen nicht verzichten wollen, tragen diese Produkte kein Umweltzeichen. Denn nach den Richtlinien für die Vergabe des Blauen Engels sind solche Werbeaussagen nicht zulässig. Das gilt auch für verharmlosende Angaben wie „nicht giftig“ oder „nicht gesundheitsschädlich“.[3]



Siehe auch |


  • Bio-Siegel


Einzelnachweise |




  1. Das Logo. In: Blauer-Engel.de, abgerufen 25. Oktober 2018.


  2. ab umweltzeichen.de


  3. Stiftung Warentest: Wandfarbentest (2004) (online abgerufen am 4. Februar 2013)



Weblinks |




  • www.blauer-engel.de – offizielle Website des Blauen Engels


  • www.umweltzeichen.de – ausführliche Beschreibung


  • Ulrich Hottelet: Der Blaue Engel steht künftig für Klimaschutz, Artikel in der Welt vom 11. September 2008

  • RAL-UZ 161 Energiebewusster Rechenzentrumbetrieb

  • www.ral-umwelt.de




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